Mehr Geld in weibliche Hände

Es ist 2030 – Frauen und Männer verdienen gleich viel, die Gender Pay Gap existiert nicht mehr. Auch in der Politik treffen nun Frauen gleichberechtigt und im Einklang mit Männern die Entscheidung, wofür Gelder freigegeben werden – was sehr positive Auswirkungen auf unser aller Leben hat. Eine Frauenquote ist nirgendwo nötig, denn Stellen werden auf allen Ebenen je zur Hälfte von beiden Geschlechtern besetzt. Und wie selbstverständlich kümmern sich Frauen um ihre eigenen Finanzen. Warum auch nicht – schließlich kann jede, die einen Taschenrechner bedienen kann, auch ihre persönlichen Finanzen managen.

Was will ich mit diesem Blick in die Zukunft sagen? Nun, ich will sagen, dass mehr Geld und damit Macht in weibliche Hände gehört. Weil das gerecht und fair wäre. Und weil es die Welt besser machen würde. Die Realität sieht aber ganz anders aus.

Die Hälfte aller Frauen ist nicht dazu in der Lage, mit ihrem Einkommen ihren eigenen Lebensunterhalt zu bestreiten. Das ergibt sich aus der aktuellen Brigitte-Studie „Mein Leben, mein Job & ich“. Nur jede vierte Frau gibt dort an, genug zu verdienen, um Rücklagen bilden zu können. Laut einer Oxfam-Studie besitzen Männer 50% mehr Vermögen als Frauen.

In persönlichen Gesprächen fällt eine Aussage ganz besonders häufig: „Mein Mann kümmert sich um unsere Finanzen. Der kann das besser als ich.“ Aber wieso sollte das stimmen? Werden Männer mit einer natürlichen Affinität für Finanzen geboren? Sicher nicht häufiger als Frauen.

Dieser Aussage liegt folgender Glaubenssatz zugrunde: „Ich vertraue mir selbst nicht.“ Die Angst, Fehler zu machen sitzt bei vielen Frauen tief, also gehen sie das Thema Geld und Finanzen gar nicht erst an. Es ist bequem, diese Verantwortung abzugeben.

Doch dieser Glaubenssatz bringt Frauen unter Umständen in Teufels Küche. Renate, eine meiner Kundinnen, wurde von ihrem Mann verlassen. Er hatte sich in der Zeit ihrer Ehe um die Finanzen gekümmert und Renate hatte keine Ahnung, wie ihre finanzielle Situation aussah. Sie war sich zwar sicher, dass irgendwo Geld sein müsste, aber sie wusste nicht wo und stand erst einmal fast mittellos da. Alles was sie noch hatte, war das Einkommen aus ihrer Teilzeitstelle. Und das reichte kaum zum Leben.

Auch beim Thema Altersvorsorge rächt es sich, dass Frauen viel weniger Geld verdienen als Männer. Im Schnitt erhalten sie fast 40% weniger Rente als Männer.

Viele Frauen sind ihr Leben lang abhängig von einem Partner. Sie sorgen nicht für ihre eigene Zukunft vor, kümmern sich nicht um ihre eigenen Finanzen, bauen kein Vermögen auf, um sich abzusichern. Und sie geben diese Muster an ihre Töchter weiter.

Und all das, weil sie denken: „Ich kann eh nicht mit Geld umgehen.“

So ein Quatsch. Frauen sind zum Beispiel nachweislich die besseren Anlegerinnen, weil sie weniger impulsiv handeln und mehr Informationen einholen, bevor sie Investmententscheidungen treffen. Unternehmen, in denen Frauen mindestens 30% der Topmanagement-Positionen besetzen, fahren deutlich höhere Reingewinne ein als Firmen, bei denen der Frauenanteil in den oberen Etagen niedriger ist. Wenn das keine Beweise dafür sind, dass Frauen und Geld einfach zusammengehören, dann weiß ich auch nicht.

Würden mehr Frauen wichtige politische Entscheidungen treffen, wäre die Unterstützung für Kinder, Jugendliche und Familien während der Coronakrise deutlich umfangreicher ausgefallen. Wir wären in unserer familiären Rollenverteilung nicht wieder 1950 gelandet, weil größtenteils die Mütter mit ihren Kindern Zuhause geblieben sind und die unterrichtet und betreut haben.  Es gäbe weniger Kriege und mehr Gerechtigkeit – und zwar für alle Menschen.

Ich behaupte, dass eine Welt, in der es mehr wohlhabende Frauen gibt, eine bessere Welt ist. Eine gerechtere Welt. Eine freundlichere Welt. Eine friedlichere Welt.

Und in einer solchen Welt wollen wir doch alle leben.

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